Unter der Führung Seiner Majestät König Mohammed VI. verfüge das Königreich Marokko über eine außergewöhnliche geostrategische Bedeutung, hohe internationale Sichtbarkeit und biete eine verantwortungsvolle Partnerschaft im Bereich kritischer Mineralien. Dies erklärte der Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und Marokkaner im Ausland, Nasser Bourita, am Mittwoch auf dem Ministertreffen zu kritischen Mineralien, das auf Einladung des US-Außenministers Marco Rubio in Washington stattfand. Ausschlaggebend seien insbesondere Marokkos geografische Lage, seine Ressourcen und Infrastruktur sowie seine politische Stabilität und Zuverlässigkeit.
Bourita hob hervor, dass es der heutigen Welt weder an Mineralien noch an Seltenen Erden mangele. Vielmehr fehle es an einer verantwortungsvollen Entwicklung, an Vertrauen zwischen den Staaten, an transparenten Rahmenbedingungen, in denen Partnerschaft Abhängigkeit ersetzt, sowie an Wertschöpfungsketten, die Wohlstand breit verteilen, statt Risiken zu bündeln.
Vor diesem Hintergrund plädierte der Minister für einen „Loyalitätspakt zwischen Produzenten, Verarbeitern und Verbrauchern“, der nicht ideologisch geprägt sei, sondern auf strategischem Respekt und einem ausgewogenen Verständnis nationaler Souveränität beruhe.
Afrika müsse dabei im Zentrum dieses Paktes stehen, betonte Bourita. Er erinnerte an die Botschaft Seiner Majestät König Mohammed VI. an die Teilnehmer des „Ibrahim Governance Weekend“, in der der Monarch unterstrichen habe, dass Afrika mit 40 Prozent der weltweiten Rohstoffreserven und 30 Prozent der kritischen Mineralien sowie beträchtlichen Energie-, Wasser-, Agrar- und biologischen Ressourcen sich nicht länger darauf beschränken könne, lediglich Rohstoffe zu exportieren.
Daher rief der Minister zu verstärkten Investitionen in Afrikas Infrastruktur, Kompetenzen und Regierungsführung auf, um den natürlichen Reichtum des Kontinents in nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und langfristigen Wohlstand für seine Bevölkerung umzuwandeln.
Die derzeitige Globalisierung des Bergbausektors sei weder frei noch fair oder widerstandsfähig, so Bourita weiter. Sie habe das Potenzial gemeinsamer globaler Entwicklung in ein Instrument einseitigen Drucks verwandelt. Dabei gehe es nicht nur um Probleme in den Lieferketten, sondern um ein grundlegendes strukturelles Ungleichgewicht.
„Wenn dieses Jahrhundert das der kritischen Mineralien sein soll, dann muss es zugleich ein Jahrhundert verlässlicher Partnerschaften, gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Stabilität werden“, schloss Bourita.
Am Rande des Treffens unterzeichnete der Minister zudem eine Absichtserklärung mit den Vereinigten Staaten zur Zusammenarbeit im Bereich kritischer Mineralien und Seltener Erden.

