Tanger, 7:00 Uhr morgens – Der Bahnhof ist gefüllt mit Hunderten von Menschen, die eines gemeinsam haben: die sehnsüchtige Rückkehr in ihre Heimatstadt Ksar El Kebir. Nach fast zwei Wochen Zwangsevakuierung wegen verheerender Überschwemmungen kehren die Bewohner*innen zurück – gerade rechtzeitig vor dem heiligen Monat Ramadan, einer Zeit der Besinnung und Gemeinschaft.
Tränen der Erleichterung: „Endlich wieder zu Hause“
In den Gesichtern der Wartenden – ob jung oder alt – spiegelt sich dieselbe Emotion: Dankbarkeit und Vorfreude. Die friedliche Stadt am Loukkos-Wadi, bekannt für ihre malerische Lage, wurde von den Fluten schwer getroffen. Doch heute steht die Rückkehr im Mittelpunkt.
Logistische Meisterleistung: Tausende kehren zurück
Laut lokalen Behörden verkehren seit Tagen Sonderzüge im Zweistundentakt zwischen Tanger, Asilah und Ksar El Kebir. Jeder Zug transportiert bis zu 1.000 Passagiere – eine notwendige Maßnahme, nachdem die Flut mehrere Stadtteile unter Wasser setzte. Experten hatten sogar einen Wasserstand von über fünf Metern befürchtet.
Die präventive Evakuierung verhinderte Schlimmeres. Nun beginnt für Ksar El Kebir ein neues Kapitel: Wiederaufbau, Hoffnung und der unerschütterliche Gemeinschaftsgeist seiner Bewohner*innen.
Ramadan als Symbol der Hoffnung
Die Rückkehr fällt mit einer besonders symbolträchtigen Zeit zusammen. Der Ramadan, eine Phase der Einkehr und des Zusammenhalts, wird in Ksar El Kebir dieses Jahr mit besonderer Intensität gefeiert – als Zeichen des Neuanfangs nach der Katastrophe.

